Wie wird PaBV übertragen?
Lange Zeit lag der Fokus auf der Verbreitung durch Federstaub oder orale/nasale Aufnahme. Dieses Bild hat sich inzwischen geändert.
Horizontale Übertragung (Vogel zu Vogel)
Die horizontale Übertragung scheint nicht besonders effizient zu sein. Ein einzelner infizierter Vogel infiziert nicht automatisch die gesamte Gruppe. Wir finden regelmäßig Paare oder Gruppen, in denen einige Vögel positiv und andere negativ bleiben, darunter auch Paare, die seit Jahren zusammengehalten werden.
Experimentell gut belegt ist die Übertragung über Wunden und Hautläsionen, gefolgt von einer retrograden Ausbreitung entlang peripherer Nerven [1]. Bisswunden, Fußsohlenprobleme, ungeeignete Sitzstangen, häufige Gruppenwechsel und Stress sind daher relevante Risikofaktoren für die Haltung. Eine orale oder nasale Infektion ist theoretisch möglich, wird aber experimentell nicht als zuverlässiger Infektionsweg bestätigt [2].
Vertikale Übertragung (über das Ei)
Die vertikale Übertragung wurde experimentell bei Nymphicus hollandicus (Nymphensittich) nachgewiesen [3]. PaBV-RNA und in bestimmten Gruppen auch infektiöse Viren wurden in Eiern und Embryonen gefunden. Die Wahrscheinlichkeit hängt unter anderem vom Alter der Elterntiere zum Zeitpunkt der Infektion ab.
Wichtig für Züchter : Positive Elterntiere erzeugen nicht automatisch ausschließlich positive Nachkommen. Negative Nachkommen sind möglich. Daher ist es unerlässlich, die Jungtiere selbst zu testen, und die Ausmerzung einer wertvollen Blutlinie ist selten der richtige erste Schritt.